Branddirektion Auf Anregung des Bezirksfeuerwehrvertreters Riedl wurde am 23.08.1925 von 31 beherzten Bürgern unseres damals noch kleinen Ortes die Freiwillige Feuerwehr Gernlinden ins Leben gerufen. War es doch so, dass viele von ihnen unter großen Mühen ihre Häuser selbst errichtet hatten. Sie schlossen sich zusammen, um in Not und Gefahr füreinander einzustehen und zu helfen. Bei der Gründung der Feuerwehr Gernlinden waren bereits 3 Brunnen - von den Bewohnern der Siedlung ausgehoben - vorhanden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Ausrüstung und Geräten konnte bereits 1926 eine Motorspritze und 200 m Schlauchmaterial in Betrieb genommen werden.
SpritzenwagenBei vielen Einsätzen wurden die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Gernlinden zur Hilfeleistung und zu Löscharbeiten gerufen. So sind im Jahre 1926 bereits 6 Brände im Protokollbuch vermerkt. 1928 und 1929 folgte der Bau des ersten Feuerwehrgerätehauses, das 1964 aber dem Bau der neuen Kirche weichen musste. Am 04.08.1938 war ein Großfeuer im Gut Gernlinden ausgebrochen, bei dem den Feuerwehren Gernlinden und Maisach neben Wassermangel bei der Brandbekämpfung auch arg Unbill mit ihren Motorspritzen widerfahren war. Erst nach 5 Tagen konnte „Feuer aus“ vermeldet werden. Während des 2. Weltkrieges wurde die Feuerwehr Sonntag für Sonntag zu Wachdiensten, Hilfspolizei- und Streifendiensten herangezogen. Als immer mehr Feuerwehrmänner zum Wehrdienst eingezogen wurden, übernahmen Frauen den Brandschutz in Gernlinden. Bei einem Luftangriff wurde das Feuerwehrgerätehaus in Mitleidenschaft gezogen und schwer beschädigt. Nach dem Zusammenbruch fanden sich viele Gernlindener bereit, die Freiwillige Feuerwehr wieder aufzubauen. So wurde 1949 in Eigenleistung ein Tragkraftspritzenanhänger gebaut, die Gemeinde beschaffte 1957 eine Tragkraftspritze. In dieser Zeit sind einige schwere Einsätze der Feuerwehr zu verzeichnen, so der Absturz eines Flugzeugs vom Typ F86 auf Gernlinden und der Zusammenstoss zweier Güterzüge.
Ehemaliger Werkstattwagen Opel Blitz
In der Folgezeit wurde von den Gernlindner Feuerwehrmännern aus einem ehemaligen Werkstattfahrzeug ein Löschgruppenfahrzeug LF 8 (auf Opel-Fahrgestell) gebaut.
Nach der Ausmusterung dieses Fahrzeugs wurde 1966 aus einem ehemaligen Bundeswehrfahrzeug (Borgward B 2000 Allrad) und dem alten Tragkraft-spritzenanhänger in 1800 freiwilligen Arbeitsstunden ein LF 8 – TSA aufgebaut. 1967 wurde von der Gemeinde das Feuerwehrgerätehaus an der Brucker Strasse errichtet. Von 1968 bis 1972 erhielt die Freiwillige Brand im GutFeuerwehr Gernlinden vom zivilen Bevölkerungsschutz leihweise ein TLF 8.
Das Vorhandensein dieses Tanklöschfahrzeugs war mit ausschlaggebend bei der erfolgreichen Bekämpfung eines Großbrandes auf einem Aussiedlerhof im Ort. Anlässlich der Olympischen Spiele wurde in mehreren Orten, so auch in Gernlinden, neben der manuellen zusätzlich die Funkalarmierung eingerichtet.
1975 wurde von der Gemeinde das dringend notwendige Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 beschafft. Die aus Kostengründen fehlende Ausstattung mit schwerem Atemschutz, ohne den die Personenrettung und die Brandbekämpfung in Gebäuden nicht möglich gewesen wäre, wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Gernlinden kurzerhand selbst gekauft. Beim Brand einer Remise im Gut Gernlinden am 01.08.1978 wurde auch unser damaliger Unterrichtsraum beschädigt. Bis zur Erweiterung unseres Feuerwehrgerätehauses, das am 24.09.1983 eingeweiht wurde, fand der Unterricht deshalb im Keller der Volksschule in Gernlinden statt. 1988 wurde als Ersatzbeschaffung für das inzwischen 29 Jahre alte LF 8-TSA (Borgward) eine Löschgruppenfahrzeug LF 8 (Magirus) in Dienst gestellt. Am 27.02.1990 und am 01.03.1990 wurde die Feuerwehr Gernlinden nach den Orkanen „Vivian“ und „Wibke“ zu über 40 Einsätzen im Ortsbereich gerufen.
Flugzeugabsturz in Gernlinden1991 folgte die Neubeschaffung eines „Mehrzweckfahrzeugs“, das sich bei zahlreichen „kleinen Einsätzen“ (Wasserschäden, Ölspuren, Insekten), aber auch als „Nachschubtransporter“ bei großen Einsätzen bestens bewährt hat. Im Juli 1992 wurden die Feuerwehren Gernlinden und Maisach mit Funkmeldeempfängern ausgestattet, das Zeitalter der „stillen Alarmierung“ war angebrochen. Bereits am 22. 08.1992 zahlte sich diese Beschaffung aus, nachdem die Feuerwehr zu einem Wohnhausbrand in der Brucker Strasse nach Blitzeinschlag nur über die Meldeempfänger alarmiert werden konnte: Die Sirenensteueranlage war nach dem Blitzeinschlag ausgefallen. Am 08.10.1994 wurde die Freiwillige Feuerwehr Gernlinden zu einer in Vollbrand stehenden S-Bahn im Bahnhof Gernlinden alarmiert.
Die Ansiedlung einiger Betriebe der chemischen Industrie im Gewerbegebiet Gernlinden machte es erforderlich, die Feuerwehr Gernlinden 19das erste Gernlindner Feuerwehrhaus95 mit Chemikalienschutzanzügen, Messgeräten und einer Gefahrgutausstattung auszurüsten. Am 06.09.1995 wurde die FF Gernlinden zur nachbarlichen Löschhilfe nach Maisach alarmiert: eine Lagerhalle am Ortseingang von Maisach stand in Vollbrand, trotz Einsatz aller Feuerwehren der Gemeinde konnte das Gebäude nicht gerettet werden. 1997 wurde die technische Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehr Gernlinden um einen hydraulischen Rettungssatz mit Spreizer und Schere ergänzt. Erstmals kamen diese Geräte bei einem Verkehrsunfall am 13.06.1997 in der Schillerstrasse zum Einsatz. Im Mai 1998 konnte das 23 Jahre alte TLF 16/25 durch ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 ersetzt werden. Am 27.09.1998 wurde ein „Tag der offenen Tür“ durchgeführt, bei dem sich die zahlreich erschienenen Gernlindener Bürger vom umfangreichen Ausbildungsstand unserer Wehr überzeugen konnten.
Im Mai 1999 beschaffte die Freiwillige Feuerwehr Gernlinden aus eigenen Finanzmitteln ein gebrauchtes Löschgruppenfahrzeug LF 8 (Opel Blitz). Dieses Fahrzeug ist nicht als Einsatzfahrzeug vorgesehen, sondern soll mit seinen Geräten und Armaturen der Jugendgruppe unserer Feuerwehr als eigenes Schulungsfahrzeug für Übung und Ausbildung zur Verfügung stehen.

Brand im Gut, TLF 16/25 der Feuerwehr Gernlinden im EinsatzUnvergessen wird den Einsatzkräften der FF Gernlinden das „Pfingsthochwasser“ vom Mai 1999 bleiben. Obwohl Gernlinden selbst vom Hochwasser nicht betroffen war, leistete die FF Gernlinden in der Zeit vom 22.05.1999 bis zum 28.05.1999 zahlreiche Einsatzstunden in der „Örtlichen Einsatzleitung“ und im Einsatzabschnitt „Fürstenfeldbruck Innenstadt“ Am 26.12.1999 wurde die Freiwillige Feuerwehr Gernlinden zur Beseitigung zahlreicher Sturmschäden alarmiert: der Orkan „Lothar“ hatte eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Bestens bewährt hat sich bei diesen Hilfeleistungen die neue Schutzkleidung der Feuerwehr, die erst 4 Tage zuvor an die Einsatzkräfte ausgegeben worden war. In der Silvesternacht 1999 wurden landkreisweit wie in Gernlinden vorsorglich zahlreiche Feuerwehrgerätehäuser als „SOS-Punkte“ besetzt. Die „Milleniumsnacht“ verlief für die Feuerwehren ruhiger als manch andere Silvesternacht, befürchtete Ausfälle von rechnergesteuerten Geräten blieben aus.
Brand Neusiedlerstr.Im Juni 2000 wurde die Freiwillige Feuerwehr Gernlinden zur Unterstützung der FF Maisach in die Malchinger Strasse nach Maisach alarmiert. Ein ausgedehnter Wohnungsbrand konnte nur mit vereinten Kräften beider Feuerwehren unter Kontrolle gebracht werden. Allein die FF Gernlinden hatte 21 Atemschutzgeräteträger im Einsatz.
Am 04. April 2002 kam es in der Neusiedler Str. zu einem Großbrand auf einem landwirtschaftlichen Anwesen. Bereits bei Eintreffen der Feuerwehr Gernlinden befand sich eine Stallung für Kühe und Jungtiere und der darüber befindliche Heuboden im Vollbrand. Zusammen mit allen Feuerwehren der Gemeinde Maisach und der Feuerwehr Esting gelang es das angebaute Wohnhaus und den Rest des Hofes zu halten. Für zwei der Jungtiere kam Dachrauumenjedoch jede Hilfe zu spät.
 
Nachdem im Februar 2006 ein große Hilfsaktion für die Schneechaosopfer im Bayerischen Wald, unter anderem mit Gernlindner Beteiligung erfolgreich beendet worden war, holte der schneereiche Winter am 04. März 2006 auch Gernlinden ein. Bei 18 schneebedingten Einsätzen mussten Dächer abgeräumt werden, ein gebrochener Dachstuhl gesichert und viele umgestürzte Bäume beseitigt werden. Die Arbeiten zogen sich ingesamt über vier Tage hin.
  
Nach rund sechs Jahren der Planung und Genehmigung konnten im April 2006 die Bauarbeiten zum Anbau des Feuerwehrhauses in Gernlinden beginnen. Nach rund einem Jahr Bauzeit nahm die Feuerwehr Gernlinden die Räumlichkeiten am 05.Mai 2007 in Betrieb. Zur Einsparung von aussenansichtBaukosten wurden rund 4.500 Stunden Eigenleistungen beim Gerätehausbau erbracht. Kurz nach der Einweihung kam es am 15.Juni 2007 durch Starkregen zu rund 30 Einsätzen durch überflutete Keller und Tiefgaragen im Ortsgebiet. Nicht zuletzt aufgrund der neuen Räumlichkeiten konnten alle Einsätze und auch die Verpflegung der rund 30 externen Einsatzkräfte innerhalb weniger Stunden bewältigt werden.
 
Im November 2008 erhielt die Feuerwehr Gernlinden durch eine Spende des Burschenvereins einen automatischen externen Defibrillator (AED). Dieser wurde, damit er auch den Gernlindner Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung steht, in einer Entnahmevorrichtung am Gerätehaus untergebracht. Über einen Notrufknopf kann eine Entnahme des Gerätes und die gleichzeitige Alarmierung von Notarzt und Feuerwehr veranlasst werden. Die ersten Schulungen für interessierte Bürger stießen auf reges Interesse.

Am 16. Dezember 2010 konnte ein Rüstwagen bei der Feuerwehr Gernlinden in Dienst gestellt werden. Das Fahrzeug welches die Fa. Lentner in Hohenlinden aufgebaut hat, wurde notwendig durch den sechgleisigen Ausbau der Bahnstrecke München-Augsburg sowie durch die wachsenden Gewerbeansiedlungen in der Gde. Maisach und den zugehörigen stetig wachsenden Verkehr. Mit dem Fahrzeug verfügt die Feuerwehr Gernlinden nun über einen schweren hydraulischen Rettungssatz, der der ca. 1996 beschafften batteriebetrieben tragbaren Version technisch weit überlegen ist.

 

 

Gründungsmitglieder(1925):

1. Vorstand war Vinzenz Nothelfer (1925-1934)

- Hauptmann Johann Ott
- Kassier und Schriftführer Paul Graf
- Zeugwart Josef Rieder

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