In der BRD wird das Thema Sicherheit und Ordnung seit Anfang an groß geschrieben. Deshalb wird es oft als selbstverständlich angesehen, daß im Notfall professionelle Hilfe auf Abruf bereitsteht. Im folgenden möchten wir das System der Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland bzw. Bayern etwas genauer vorstellen und häufige Fragen hierzu klären. Um im Notfall schnellstmöglich Hilfe gewährleisten zu können gibt es in Deutschland eine Reihe von Organisationen und Behörden, darunter: Polizei, Feuerwehr, öffentliche sowie private Rettungsdienste, THW, Katastrophenschutzeinheiten.. uvm.

Warum Freiwillige Feuerwehr?:

Da in Notfallsituationen für die Hilfsorganisationen meist die Anzahl der verfügbaren Kräfte mitausschlaggebend für eine erfolgreiche Bewältigung des Einsatzes ist, haben wir in Deutschland das System der "Freiwilligen Feuerwehr"!
Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Kassen zeigt dieses System viele Vorteile.

Träger:

Der Brandschutz sowie die Sicherstellung der Technischen Hilfeleistung ist laut "Bayerischem Feuerwehrgesetz" Aufgabe der Gemeinden (Kommunen). Um diesen beiden Forderungen gerecht zu werden unterhalten die Gemeinen bzw. Städte freiwillige Feuerwehren und das dafür nötige Gerät. Das Personal besteht allerdings aus ehrenamtlichen Helfern. Da ehrenamtliche Feuerwehrleute in großen Städten nicht in der Lage wären die tägliche Flut an Einsätzen zu bewältigen und damit Ihren "eigentlichen" Beruf aufs Spiel zu setzen, bleibt es den Kommunen offen in Ballungszentren Berufsfeuerwehren zu unterhalten (ab einer gewissen Größe vorgeschrieben). Nichtsdestotrotz gibt es aber auch dort oft noch freiwillige Feuerwehren um im Katastrophen bzw. Großschadensfall auf die nötige Kapazität an Personal zurückgreifen zu können (vgl. Berufs-/Freiwillige Feuerwehr München).

Damit nicht jeder das passende Sondergerät für jeden Einsatzfall vorhalten muss, unterstützen die Landkreise die Feuerwehren in ihrem Bereich mit Sonderfahrzeugen (z.B. Einsatzleitwagen, Schlauchwagen, Sonderlöschmittel, Geräte zur Bewältigung von Sturmschäden bzw. Hochwasser.. uvm.) oder gewähren Zuschüsse zu solchen Fahrzeugen/Geräten.

Der Staat fördert die Feuerwehren im Bezug auf Zuschüsse zu Einsatzfahrzeugen sowie Feuerwehrhäusern und betreibt Feuerwehrschulen die für eine professionelle Ausbildung der Feuerwehrdienstleistenden sorgen.

Der Bund beteiligt sich am deutschen Feuerwehrsystem mit flächendeckend bereitgestellten Fahrzeugen zum ABC-Schutz, sowie zur Wasserförderung über längere Strecken und technischen Hilfeleistung.


Ehrenamt und Beruf:

Bayernweit gibt es zur Zeit über 320.000 Frauen und Männer die sich ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr engagieren (Deutschlandweit über 1 Million). Die Mitgliedschaft in einer Freiwilligen Feuerwehr ist dabei mehr als nur Freizeitbeschäftigung oder Hobby. Aufgrund des breiten Aufgabenspektrums (Brandschutz, sicherstellen der Technischen Hilfeleistung, Umweltschutz) müssen sich Feuerwehrfrauen und -Männer ständig aus- und weiterbilden, die Fahrzeuge bzw. Gerätehauser pflegen und im Einsatzfall Tag und Nacht ihre "Freizeit" opfern. Die Kombination aus Beruf und "Berufung" ist dabei nicht immer Einfach! Zwar gibt es im Bayerischen Feuerwehrgesetz eine gesetzliche Grundlage, welche eine Freistellung im Einsatzfall gewährleistet:

"Arbeitnehmern dürfen aus dem Feuerwehrdienst keine Nachteile im Arbeitsverhältnis sowie in der
Sozial- und Arbeitslosenversicherung erwachsen. Während des Feuerwehrdienstes, insbesondere
während der Teilnahme an Einsätzen, Ausbildungsveranstaltungen, Sicherheitswachen und am
Bereitschaftsdienst und für einen angemessenen Zeitraum danach sind sie zur Arbeitsleistung nicht
verpflichtet."Art.9Abs(1) BayFw

Allerdings ist dies nicht immer einfach vor dem Arbeitgeber zu rechtfertigen. Zwar übernehmen die Kommunen bei längeren Einsätzen Verdienstausfallzahlungen, eine vernünftige Kombination von Feuerwehrdienst und Arbeit ist aber nur mit einem verständnissvollen Arbeitgeber möglich.


Ausbildung in der Feuerwehr:

Nur wer ständig übt und sich weiterbildet ist im Ernstfall fähig professionelle Hilfe zu leisten. Deshalb ist die Ausbildung ein wichtiger Teil der Feuerwehrarbeit. In den Freiwilligen Feuerwehren findet Sie auf drei verschiedenen Ebenen statt:

Säulen der Ausbildung

1. Der größte Teil der Ausbildungsarbeit findet dabei in der eigenen Wehr statt: Regelmäßgie Übungen, Leistungsprüfungen, Fahrzeugkunde und Objektbesichtigungen gehören unter anderen dazu.

2. In der Regel sind alle Feuerwehren eines Landkreises in einem "Kreisfeuerwehrverband" zusammengeschlossen (siehe Kreisfeuerwehrverband FFB). Auf Landkreisebene wird so meist eine Vielzahl an Lehrgängen angeboten. Im Landkreis Fürstenfeldbruck umfasst das Angebot unter anderem: Grundausbildung (Truppfrau/-mann, Truppführer), Maschinistenausbildung, Atemschutzausbildung, Sprechfunkausbildung, Erste Hilfe Ausbildung, Patientengerechte Rettung aus PKW, Träger von Chemikalienschutzanzügen, Sicherheitstraining für Maschinisten, Fortbildung für Gruppenführer, Schulung für Brandmeldeanlagen, usw..

3. Die dritte Säule der Ausbildung bilden die Feuerwehrschulen der Länder. In Bayern gibt es drei Feuerwehrschulen mit Standort in Regensburg, Würzburg und Geretsried. Die Kosten für Lehrgänge, Unterkunft und Verpflegung werden dabei vom Freistaat Bayern getragen. Das Lehrgangsangebot an den Feuerwehrschulen ist vielfältig und umfasst sowohl Grund- wie auch Spezialausbildungen. z.B.: Gruppenführer/in, Technische Hilfeleistung, Drehleitermaschinist/in, Gefährliche Stoffe, uvm.

 

Der Feuerwehrverein:

Entgegen dem allgemein verbreiteten Glauben sind Freiwillige Feuerwehren grundsätzlich keine Vereine, viel mehr stellen sie eine gemeindliche Einrichtung dar (Vergleich: Bauhof). Allerdings gibt es fast flächendeckend zu jeder Freiwilligen Feuerwehr auch einen eingetragenen Verein. Die Vereine haben es sich meist zur Aufgabe gemacht die aktive Feuerwehr durch finanzielle Mittel zu unterstützen sowie Traditionen zu pflegen. Als Beispiel könnte man hier in Gernlinden die Beschaffung des Löschfahrzeuges der Jugend nennen. Der Verein Freiwillige Feuerwehr Gernlinden e.V. hat das Fahrzeug im Jahr 1999 für ca. 1500 DM beschafft. Die finanziellen Mittel der Vereine stammen meist aus Mitgliedsbeiträgen bzw. Spenden, oftmals aber auch aus deren eigenen Einnahmen (in Gernlinden beispielsweise Verkaufsstände beim Dorffest oder dem Hallenfest)



Sebastian Meiler

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